Welche Haltungsbedingungen sind erforderlich?

 

Es gibt NIEMALS ein zu Groß!!!

Vögel, egal welcher Art, sollten immer einen so großen Käfig bzw. Voliere haben, dass sie in diesem einige Flügelschläge
machen können. Bei Agaporniden gilt als Mindestmaß für eine Voliere 120 cm Breite, 100 cm Höhe und 60 cm Tiefe,
für 1-2 Pärchen. Dieses Mindestmaß sollte niemals unterschritten werden. Auch wenn eine Voliere noch so groß ist,
ist ein täglich mehrstündiger Freiflug ein Muss.
Agaporniden sind sehr neugierig und agil. Damit sie ihren Spieltrieb ausleben können, darf der Freiflug einfach nicht
fehlen. Auch als Halter würde man sich eine Menge entgehen lassen.
Die Voliere sollte auf keinen Fall rund sein, da die Vögel in runden Käfigen ihre Orientierung verlieren. Weiterhin
sollte ein Käfig niemals mit Plastik-Schnickschnack ausgestattet sein. Weiterhin gehört keinesfalls ein Spiegel oder
ein Plastikvogel in einen Käfig, denn hier werden den Tieren nur potentielle Partner vorgegaukelt und dies verursacht
in den meisten Fällen schwere Verhaltensstörungen. Auch Plastik- oder Hartholzsitzstangen haben in der Unterbringung
absolut nichts zu suchen, da diese, durch ihre starren Eigenschaften schlimme schmerzhafte Fußgeschwüre verursachen.
Man sollte den Käfig mit sehr viel Liebe und Überlegung einrichten.

Hier mal ein typisches Beispiel, wie man es auf gar keinen Fall machen sollte.
Angefangen davon, dass dieser Käfig einfach nur lieblos ausgestattet ist, hat er den Nachteil dass er Kunststoffbeschichtet
ist. Dieser löst sich schnell, wenn die Zwerge dran rumnagen und es besteht die Gefahr des Verschluckens. Zudem ist er viel zu klein
für ein Pärchen. Als Einstreu ist Zeitung zwar reinlich, aber es gibt diverse andere gute Einstreusorten.
Zum Beispiel Buchenholzgranulat. Es ist sehr sauber und saugfähig und außerdem haben die Kleinen noch Holz mit dem sie spielen können.

Unsere Voliere misst derzeit 185 cm Breite, 200 cm Höhe und 75 cm Tiefe (für 4 Paare) und das bei täglich mindestens
5-6 Stunden Freiflug. Eine Voliere sollte immer mit Naturprodukten ausgestattet sein, wie z. B. Kork, Sisalseile, Sitzstangen
von Bäumen. Hier eignet sich u.a. hervorragend Korkenzieherhaselnuss. Das Holz ist sehr hart und widersteht somit den starken
Schnäbeln. Der Vorteil hier ist, dass so ein Ast verschiedene Stärken hat. Somit wird die Fußmuskulatur und der Bewegungs-
apparat trainiert. Somit entstehen dann auch keine Fußgeschwüre. Kork ist ein sehr schönes Material, aus dem sich viel
Spielzeug basteln lässt, wie z. B. Schaukeln. Auch dicke Baumwollseile dienen als schöne Klettermöglichkeiten.
Weiterhin darf eine UV-Lampe nicht fehlen. Denn Sonnenlicht wird durch die Fensterscheiben gefiltert und erreicht
somit nicht den Vogel. Diese brauchen aber UV-Licht dringend, genauso wie wir Menschen auch.
Eine Voliere sollte nicht direkt vor einem Fenster stehen, damit Zugluft vermieden werden kann. Der Standort sollte sonnig
sein. Aber es müssen auch schattige Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein. Auch darf ein Kalkstein
und eine Sepiaschale nicht fehlen. Hiermit wird der Calciumhaushalt ausgeglichen. Mit das Wichtigste was in eine Voliere
gehört, ist täglich frisches Geäst (z. B. von Weide, Obstbäume, Haselnuss usw.). Dieses dient den Vögeln als exzellente
Beschäftigung. Bitte unbedingt beachten, dass Agas einen extremen Nagetrieb haben und alles, was ihnen in die Quere kommt kaputt machen.
Egal ob es der Wohnzimmerschrank ist oder das Lieblingsbuch. Nichts ist vor ihnen sicher. Darüber sollte sich jeder Besitzer im vorhinein
im Klaren sein. Daher ist es wichtig auch außerhalb der Voliere für soviel Abwechslung wie nur möglich zu sorgen. Frische Zweige aufhängen und viele Klettermöglichkeiten anbieten. Auch hat man als Mensch immer wieder die Möglichkeit seine Kreativität walten zu lassen. Bei uns
werden zwar auch einige Dinge im Zubehörgeschäft gekauft, aber der größte Teil wird hier von uns selbst gebastelt.
Denn die Natur bietet mehr als genug Anregungen.

Ich hoffe ich habe euch nun dazu angeregt selbst etwas Kreativ für eure Vögel zu sein, denn selbst ist der Mann/die Frau.

 

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