Was sollte man vor der Anschaffung von Aga´s beachten?
Sie sind bunt, bildhübsch und
quierlich.
Das ist vermutlich das Erste was man denkt, wenn man Agaporniden zum ersten Mal
sieht.
Sie bohren sich mit ihren kleinen, leuchtenden Knopfaugen mitten in unser Herz
und wir können gar nicht anders als uns in sie zu verlieben.
Egal, ob es die Knopfaugen von Rosenköpfen, Pfirsichköpfen, Schwarzköpfen, oder
die der anderen Agaarten sind, man muss als Mensch
einfach nur Hin und Weg von ihnen sein.
Trotzdem sollte man unbedingt von
einem Spontankauf absehen, denn es gibt einige Sachen, über die man sich im
Vorfeld sehr gut
Gedanken machen sollte.
Meist sieht man die kleinen Zwerge in Zoogeschäften. Dort sitzen die Kleinen
grundsätzlich leise in ihren kleinen Käfigen. Aufgrund
ihrer Größe vermuten sehr viele, dass sie höchstens die Lautstärke eines
Wellensittichs haben.
Aber das ist sehr weit gefehlt. Aga´s sind laut, richtig laut. Wobei dieses
Empfinden jeder Mensch anders aufnimmt. Ich könnte
ohne diesen Geräuschpegel nicht mehr leben. Aga´s haben einen sehr schrillen und
metallischen Klang, der teilweise durch und durch geht.
Jeder sollte sich daher vor dem Kauf die Kleinen einmal live, z. B. bei einem
Züchter oder in einem Tierpark anhören und sich dann
entscheiden. Sie sind natürlich nicht den ganzen Tag so laut. Sie halten auch
meist z. B. 2-3 Std. Mittagsschlaf, in denen fast keiner einen
Mucks von sich gibt. Auch Abends sind sie recht friedlich und schlafen zeitig
ein. Sind sie aber einmal wieder erwacht, oder auf
Freiflug, dann wird gequäkt was das Zeug hält. Insbesondere sollte man sich vor
dem Kauf mit den Nachbarn unterhalten, ob die
etwas dagegen haben, wenn sie mal die Vögel zu hören kriegen. Nicht jeder
Nachbar wird davon begeistert sein.
Ganz wichtig ist, das man sich im
Vorfeld über legt, woher man sich die Kleinen holen möchte. Ich werde hier meine
persönliche
Meinung und meine Erfahrungen zum Besten geben. Man muss meinen Ratschlägen
nicht folgen, aber ich denke man sollte
sich wenigstens Gedanken darüber machen.
Zoogeschäfte sind grundsätzlich auf Profit aus. Ihnen ist es egal was für Tiere
sie verkaufen. Leider ist es gerade bei den
Aga´s der Fall, dass sie als gerade futterfeste Geschwister in einem Zoogeschäft
abgegeben werden und von dort aus weiter
verkauft werden. Aga´s kommen allerdings erst mit 6-9 Monaten in die
Geschlechtsreife und fangen auch dann erst an
sich den Partner für´s Leben zu suchen. Ein fester Partner ist sicher nicht das
Geschwisterteil, egal ob gleichgeschlechtlich
oder gegengeschlechtlich. Es gibt vereinzelte Ausnahmen, wo sich Geschwister
auch über Jahre hinweg nicht trennen, dann
soll es so sein, aber die Regel ist es nicht. Sie suchen sich eigentlich immer
einen gegengeschlechtlichen, blutsfremden Partner.
Davon abgesehen, sind fast alle Tiere in Zoogeschäften noch viel zu jung und
noch lange nicht in der Geschlechtsreife.
Züchter sind meiner Meinung nach
sehr zwiespältig zu sehen. Es gibt sicher einige die sehr engagiert sind und für
ihre
Schützlinge nur das Beste wollen, leider sind auch dies Ausnahmen. Die meisten
Züchter sind ebenfalls nur auf Profit aus.
Außerdem versuchen Züchter einem äußerst seltsame Dinge über Agas zu erzählen.
Gerne getätigte Aussagen sind, dass
sich die 2, die man sich ausgesucht hat, schon zusammenraufen. Egal ob sie
gegengeschlechtlich oder gleichgeschlechtlich sind.
Dies ist ein fataler Fehler. Denn Agas sind sehr wählerisch in ihrer Partnerwahl.
Genauso wie bei uns Menschen, gibt es ein
Gegenüber den sie mögen und den sich gar nicht mögen. Daher sollte unbedingt von
einer Zwangsverpaarung abgesehen werden.
Ich hätte ja schließlich auch nicht gewollt, dass meine Eltern mir Karl Dall vor
die Tür stellen und sagen: "So da hast du einen
Partner und egal wie er aussieht und welchen Charakter er hat, werd glücklich
mit ihm!" ;-)
Weiterhin wird gerne erzählt, dass
man die Geschlechter anhand des Beckenknochentestes feststellen kann (das
Weibchen
soll ein weiter auseinander stehendes Becken haben als die Männchen). Auch
sollen Weibchen angeblich breitbeiniger sitzen.
Ich kann da nur eins zu sagen: Da kann man auch im Kaffeesatz lesen, das ist
genauso sicher.
Ein Geschlecht bei Agas (außer natürlich bei denen, die sich farblich
unterscheiden) lässt sich ausschließlich nur anhand
einer DNA-Analyse feststellen. Diese ist unkompliziert, fast schmerzlos und es
ist zu 100 % sicher.
Es sollte daher ausgiebig darüber
nachgedacht werden, ob man sich Agas holt und vor allem wo man sie sich holt.
Denn die Anschaffung ist für mindestens 15 Jahre.