Teil 4
Juli - September 2006
Am 11.07.2006
entschloss sich Tanja nun mit mir nach Leverkusen zu Dr. Pieper zu fahren, der
sich insbesondere auf Papageien spezialisiert hat. Poldi musste auch mit, da sie
einen ganz dicken Popo hatte und Tanja vermutete, dass sie Eier legen möchte.
Dr. Pieper war ganz entsetzt über meine Flügel und über meinen Zustand. Er
schüttelte nur mit dem Kopf, dass man mir ohne Hautabstrich einfach Antibiotika
verschrieben hat. Nun wurde dieser Abstrich nachgeholt und das Ergebnis musste
abgewartet werden.
Poldi wurde daraufhin geröngt und es wurde bestätigt, dass mein Schatz Mama
werden und mich zum Papa machen wollte. Sie hatte bereits 2 Eier im Legedarm.
Am 12.07.2006 kam dann unser erstes gemeinsames Ei auf die Welt. Tanja und Ralf hatten uns in eine gesonderte Voliere gesetzt und meiner Poldi einen Nistkasten geboten. Aber schon am nächsten Tag tauschte Tanja unser Ei gegen ein Plastikei aus, da sie nicht züchten möchte. Und da es mir ja auch so schlecht ging, war mir das nur Recht. Poldi hat von alledem nichts gemerkt und saß brav auf ihrem Plastikei.
Am 15.07.2006 kam dann endlich das Ergebnis meines Hautabstrichs. Ich saß voll über mit Pilz und das Antibiotika hatte bisher einen perfekten Nährboden für den Pilz geliefert. Mir ging es richtig, richtig schlecht, ich fraß kaum noch und bewegte mich so gut wie gar nicht mehr. Gepiept hab ich mittlerweile überhaupt nicht mehr. Ich bekam von da an ein Pilzspray verschrieben, mit dem Tanja mich jeden Tag einsprühen musste.
Eigentlich hätte Poldi das
zweite Ei zwei Tage später legen müssen, aber es wollte und wollte nicht raus
kommen. Tanja machte sich riesige Sorgen. Also ist sie am 19.07.2006 mit mir und
Poldi sofort wieder nach Leverkusen gefahren. Zuerst wurde ich untersucht. Dr.
Pieper war entsetzt über meinen physischen und psychischen Zustand. Er sagte,
dass man jetzt nur noch mit hochdosierten Pilzpräparaten vorgehen könne und wenn
dieses nicht anschlägt, sollte Tanja sich überlegen ob sie mich nicht eine Woche
später erlösen wolle. Ich war auch wirklich am Ende. Tanja tat mir so leid, sie
hat so geweint bei der Diagnose. Aber es sollte noch schlimmer kommen.
Poldi wurde erneut geröngt um zu sehen, warum das Ei nicht raus kam.
Es saß waagerecht im Legedarm fest und es war unmöglich es rauszubekommen, da
die Schale auch noch sehr dünn war. Also mussten wir meinen Schatz in Leverkusen
lassen, da sie operiert werden musste. Tanja, Ralf und ich haben hier
stundenlange Ängste zuhause ausgestanden und gehofft dass alles gut geht. Am
nächsten Tag konnte Tanja in der Praxis anrufen. Poldi hatte alles gut
überstanden, sie sollte aber noch einen Tag länger bleiben, damit man sicher
gehen konnte, dass auch wirklich alles in Ordnung ist.
Am 21.07.2006 hat
Tanja dann meinen Schatz endlich wieder nachhause geholt. Poldi hatte mir so
sehr gefehlt und ich ihr. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das hier für
eine Begrüßung war. Poldi ging es sehr gut und das machte mich Glücklich und gab
mir Kraft.
Zusätzlich schlug das Pilzpräparat (eine Salbe für unter die Flügel und lecker
Lamisil für in den Schnabel) ganz toll an. Nach nur 3 Tagen war ich wie ein
anderer Vogel.
Das bemerkte auch Dr. Pieper am 28.07.2006 und er machte Tanja wieder große Hoffnung. Es wurde erneut ein Hautabstrich genommen und das Ergebnis war, dass der Pilz fast gänzlich weg war. Aber es stand immer noch die Diagnose im Raum dass ich auch EMA (Ekzema Melopsittacus et Agapornis) haben könnte. EMA ist eine psychische Erkrankung infolge welcher man sich die Flügel anknabbert. Es gibt hierfür bisher kein Heilmittel und man weiß auch noch nicht so recht warum die Krankheit ausbricht. Am 29.07.2006 habe ich dann wieder angefangen mit den Flügeln zu schlagen. Das tat ja soooooo gut. Und am 09.08.2006 war wieder alles so gut verheilt dass ich wieder richtig fliegen konnte. Das war vielleicht ein tolles Gefühl.
Am 18.08.2006 bestätigte sich dann leider die Diagnose auf EMA, denn an diesem Tag biss ich mir ganz schlimm die Flügel blutig. Tanja verabreichte mir danach für die nächsten 3 Monate eine selbst gebastelte Halskrause (Rohrschaumstoffisolierung - Innendurchmesser 1,8 cm, Außendurchmesser 4 cm - umwickelt mit Gewebeklebeband). Ich fand das erst gar nicht toll, aber schon nach 3 Tage konnte ich mit dem Teil fliegen und alles andere auch tun.
Am 29.08.2006 wurde
dann das Krankenlazarett von mir und Poldi aufgelöst und wir durften wieder zu
den anderen in die große Voliere.
Am 01.09.2006 wurde nochmals ein Hautabstrich bei mir gemacht. Ergebnis:
Kein Pilz, keine Bakterien.
Nein, das Unheil nahm noch
kein Ende.
Am 14.09.2006 war mal wieder ein Doc Pieper-Besuch angesagt. Cibi musste auch
mit. Resultat: Cibi wollte ebenfalls Mama werden. Poldi hatte eine große Bisswunde
von Cibi am Flügel, aber es war nichts Schlimmes, etwas Betaisodona drauf und es
sollte bald wieder besser sein. Und so war es dann auch.
Cibi wollte schon ihr 1. Ei
nicht legen. Es kam einfach nicht raus. Sie sah aus wie ein kleines
Hängebauchschwein. Wenn sie lief, schliff der Bauch schon auf dem Boden rum. Am
21.09.2006 also wieder mit Cibi nach Leverkusen. Das Ei war doppelt so groß wie
normal. Da Cibi und Benno aus einer Auffangstation sind, wusste keiner ob sie schonmal Eier gelegt hat und das Risiko einer Legenot war sehr groß. Also wurde
auch die Kleine operiert und ihr das Ei samt Legedarm entfernt. Sie kam bereits
am nächsten Tag wieder nachhause. Benno hat sich gefreut wie ein kleines Kind.
Aber Cibi ging es noch einige Tage sehr schlecht. Sie war ganz kraftlos und
schlief überwiegend. Aber nach ca. 1 Woche war sie wieder ganz die Alte.
Dann kehrte einstweilen Ruhe und Gesundheit ein, bis zum Oktober. Aber lest selbst weiter.